Forum Assistenz: Was ist das? Was wird dort gemacht?

Das Forum Assistenz ist ein Gremium für behinderte Menschen, die mit persönlicher Assistenz leben und solche, die dieses vorhaben. Im kleinen Kreis mit anderen Betroffenen kann man hier über Themen oder Probleme sprechen, die im Zusammenleben mit AssistentInnen oder mit der Assistenzorganisation/dem Pflegedienst entstehen.

Das Forum Assistenz wird geleitet von Sylke Stricker, Mitarbeiterin der ZSL-Beratungsstelle. Sie lebt selbst seit 18 Jahren mit persönlicher Assistenz in häuslichen Umgebung und kann aus ihrer langjährigen Erfahrung schöpfen.

Die Termine werden im ZSL-Info bekannt gegeben und zusätzlich werden persönliche Einladungen verschickt. Das Forum Assistenz findet ca. 3-4x jährlich statt, bei Bedarf öfter.

Bisherige Themen waren z.B.: Die TeilnehmerInnen können selbst Themen einbringen und erhalten Protokolle der Treffen.

Wenn es von den Teilnehmerinnen gewünscht wird, können auch AssistentInnen an der Veranstaltung teilnehmen. Dies ist bei einigen Themen sinnvoll, da diese dann sowohl von Seiten der KundInnen als auch von Seiten der AssistentInnen betrachtet werden können.

Beispiel:
Bei mehreren Treffen ging es um Kommunikation in der Assistenz. Sylke Stricker stellte verschiedene Kommunikationsmodelle vor, z.B. das Vier-Ohren-Modell nach Friedemann Schulz von Thun, das Eisberg-Modell (Sach- und Beziehungebene) und die Schritte der gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg. Anhand von Beispielen aus der Kommunikation zwischen AssistentInnen und KundInnen haben wir versucht, eine Mitteilung auf den „verschiedenen Ohren“ zu hören. Dabei haben wir gemerkt, wie unterschiedlich die Botschaften sind, die ankommen. Dank der zwei teilnehmenden Assistentinnen haben wir manche Sätze auch mal aus Assistenten-Sicht beleuchtet und so manches Mißverständnis entdeckt. Wir können beim anderen nicht steuern, auf welchem der vier Ohren er/sie hört, wir können nur Erfahrungen sammeln, was der andere möglicherweise heraushört. Das zeigt, wie wichtig es ist, klare Anweisungen zu geben, bzw. Bedürfnisse und Wünsche deutlich zu formulieren. Beim Leben mit Assistenz ist eine klare Kommunikation eine wichtige Grundlage. Dabei ist es ganz normal, dass auch immer wieder Konfliktgespräche notwendig sind. Auch wenn es schwer fällt, sollten diese klärenden Konfliktgespräche nicht lange hinausgezögert werden, denn das hat nur eine Verstärkung des Problems zur Folge. Hinterher geht es beiden Parteien in den meisten Fällen viel besser! Anhand von Beispielen haben wir auch den Ablauf von Konfliktgesprächen geübt und sind dabei die 4 Schritte der gewaltfreien Kommunikation gegangen:
1. Beobachtung/Was habe ich wahrgenommen (ohne Wertung)
2. Gefühle/Welche Wirkung hat das Beobachtete auf mich (ich spreche über mich selbst)
3. Bedürfnisse/Was will ich?
4. Bitte/Wunsch äußern.
Nach dieser Anleitung sind Konfliktgespräche gar nicht so schwer, man muß sich nur daran halten, nur über seine eigenen Gefühle zu sprechen und den anderen nicht zu verletzen.
Bei einem weiteren Abend zum Thema Kommunikation in der Assistenz wurde über verschiedene Einstellungen und Herangehensweisen an ein Konfliktgespräch gesprochen, z.B. wenn immer nur ein Konfliktpartner seine Interessen durchsetzen will oder auch über WIN/WIN-Situationen, bei der beide Konfliktparteien einen Gewinn herausziehen.

An diesen Abenden sind uns einige Grundlagen der Kommunikation bewußt geworden. Den TeilnehmerInnen wurden schriftliche Unterlagen zu den behandelten Kommunikationsmodellen mitgegeben.

Die Menschen hören besser zu, wenn sie das Gefühl haben, verstanden zu werden! Wenn Ihr wollt, daß andere Eure Interessen beachten, fangt damit an, die Interessen der anderen zu beachten und zu würdigen. (frei nach Fisher,Ury und Patton, das Harvard-Konzept) Sylke Stricker



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